Warum fühle ich mich abends wie ein Luftballon?

…oder das Problem mit der Verdauung.

Leider haben die meisten unter uns Verdauungsprobleme. Wir haben abends einen Blähbauch, Sodbrennen, Durchfälle oder Verstopfung. Magenschmerzen und Bauchweh gehören auch dazu.

Was ist Verdauung überhaupt?

Unter Verdauung versteht man den gesamten Vorgang, durch den wir aus der Nahrung alles herausholen, was wir zum Leben brauchen. Wenn dieser Vorgang gut funktioniert fühlen wir uns energiegeladen, unsere Haut sieht gut durchblutet aus, wir verbrennen Fett, haben keine Blähungen und unsere Hose passt auch abends noch.

Welche Verdauungsorgane gibt es denn?

Verdauung beginnt im Mund. Hier verdauen wir das Essen vor durch gutes Kauen. Die fleißigen Enzyme im Speichel fangen schon einmal an, größere Nahrungsbestandteile, vor allem Zucker, aufzuspalten. Gut gekaut ist halb verdaut!

Im Magen ist das Klima sehr unwirtlich und ziemlich sauer. Hier geht es den Eiweißen und Fett an den Kragen. Gleichzeitig zerkleinert der Magen durch seine Muskelbewegungen die Nahrung weiter, so dass der Dünndarm nur noch kleine Portionen zu verarbeiten hat.

Hier im Dünndarm ist es nicht mehr sauer. Der Nahrungsbrei wird weiter zerlegt und aufgespalten und über Blut und Lymphe dahin transportiert, wo wir die Nährstoffe im Körper brauchen.

Der Nahrungsrest, der nicht benötigt wird, wird dann im Dickdarm eingedickt und schließlich ausgeschieden.

Welche Arten von Verdauungsbeschwerden gibt es denn?

Die häufigste ist Völlegefühl. Dabei herrschen unangenehme Blähungen vor oder ein Mangel an Verdauungsenzymen (Galle, Bauchspeicheldrüsensekret oder Magensaft).

Blähungen entstehen oft, wenn wir schwer verdauliche Speisen oder einfach zuviel Nahrung zu uns nehmen. Magen und Dünndarm kommen mit ihrer Arbeit nicht mehr hinterher und unverdaute Nahrung gelangt in den Dickdarm. Und hier beginnen die Dickdarmbewohner mit übermäßiger Gasbildung.

Was kann man dagegen tun?

Gegen Völlegefühl und Blähungen hilft meist langsames und gutes Kauen. Damit spaltet man schon einmal einen Teil der Nahrung auf. Der Magen kann währenddessen schon mal in aller Ruhe Magensäure und Verdauungsenzyme bilden und wird nicht gehetzt!

In Ruhe und im Sitzen essen. Sind wir im Stress, wird Cortisol ausgeschüttet und dem Körper vorgegaukelt, dass wir jetzt die nächste Hungersnot bekommen oder uns ein Dinosaurier angreift. Sämtliches Blut wird in die Beine gepumpt, damit wir schnell laufen können, schließlich hängt unser Leben davon ab. Für Magen und Darm bleibt da nichts übrig.

Nicht zuviel essen. Dein Magen ist so groß wie Deine geballte Faust. Und jetzt schau auf Deinen Teller, was für Unmengen gerade abends in unseren kleinen Freund geschaufelt werden. Er muss sich massiv dehnen. Die Nahrung bleibt mindestens 30 Min dort, bis sie aufgespalten ist.

Faustregel: die für Dich passende Nahrungsmenge pro Mahlzeit sind etwa 2 Faustgrößen , bestehend aus Proteinen und Kohlenhydraten. Daneben noch Ballaststoffe wie Gemüse und Salat ( nichts Rohes nach 18 Uhr, akute Blähgefahr!)

Sodbrennen und saures Aufstoßen kommt auch häufig vor.

Nein, es ist nicht so, wie Ihr denkt! Sodbrennen kommt oft eben nicht von zuviel Magensäure! Oft wird zuwenig Magensäure gebildet, oder der pH Wert ist zu hoch. Die Speisen können nicht zerlegt werden, es bleiben große, unverdaute Stücke zurück, die unmöglich in den Dünndarm können. Statt dessen schiebt sie der Magen wieder in die Speiseröhre. Die mag die Salzsäure gar nicht, es entsteht Sodbrennen.

Was kann ich dagegen tun?

Durch Trinken während des Essens verdünnen wir die Magensäure und behindern die Verdauung. 30 Minuten vor und nach dem Essen sollte daher nichts getrunken werden. Oft verschwinden die Symptome auch, wenn wir Milchprodukte und Gluten meiden. Wir können die Magensäureproduktion anregen mit Zitronensaft und Apfelessig. Gerne auch verdünnt zu trinken ½ Std vor der Hauptmahlzeit.

Zu guter Letzt: Tipps bei Verdauungsstörungen:

  • iss in Ruhe, kaue gründlich und setze Dich hin
  • iss wenig fettes Essen
  • iss viel Obst und Gemüse, keine Rohkost ab 18 Uhr abends
  • iss mehrere kleine Mahlzeiten
  • keine blähenden Speisen und Getränke wie Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln
  • Fenchel-Anis-Kümmeltee trinken
  • Wärme zuführen
  • pflanzliche Mittel zur Anregung der Verdauungsenzyme , Bittermittel (z.B. Enzianwurzel, Chinarinde, Pomeranzenschale, Zimtrinde) vor dem Essen,
  • Verdauungshilfen (wie zB. Pfefferminzblätter, Kamilleblüten, Kümmelfrüchte) danach.

Wenn ihr Fragen dazu habt ruft an, kommt vorbei oder schreibt eine Email an info@gesundmituns.de.

Eure Monika Schatz